Ob du nun schon Anfang November "Last Christmas" mitsummst oder eher der stille Genießer bist, an einer Pflanze kommst du in der Adventszeit kaum vorbei: dem Weihnachtsstern. Mit seinen leuchtend roten, cremeweißen oder rosafarbenen Hochblättern bringt er sofort festliche Stimmung ins Wohnzimmer und gilt als echter Klassiker unter den Weihnachtsdekorationen. Kein Wunder, dass der Weihnachtsstern jedes Jahr aufs Neue zu den beliebtesten Zimmerpflanzen der Saison gehört.
Der Weihnachtsstern trägt den botanischen Namen Euphorbia Pulcherrima – übersetzt „die schönste Euphorbie“. Und dieser Name ist Programm. Seine Heimat liegt weit weg von verschneiten Winterlandschaften: Ursprünglich stammt er aus Mexiko und Zentralamerika, wo er in freier Natur als bis zu vier Meter hoher Strauch wächst.
Schon die Azteken nutzten die Pflanze: Sie gewannen aus den roten Hochblättern Farbstoffe und verwendeten den Milchsaft medizinisch.
Nach Europa kam der Weihnachtsstern im 19. Jahrhundert, als er von Joel Poinsett – dem ersten US-Botschafter in Mexiko – bekannt gemacht wurde. Deshalb nennt man ihn in englischsprachigen Ländern bis heute „Poinsettia“.
Doch warum ist der Weihnachtsstern aus unseren Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken? Seine Blütezeit fällt genau in die Advents- und Weihnachtszeit und wenn die Tage dunkel sind, leuchten seine farbigen Hochblätter besonders intensiv. Er gilt daher in Skandinavien auch als "Julstärna", als "Lichtbringer" in der dunklen Jahreszeit.
Seine Verbindung zu Weihnachten hat viele Hintergründe: So steht die sternförmige Optik symbolisch für den Stern von Bethlehem, der die Heiligen Drei Könige zur Krippe führte. Gleichzeitig verkörpert der Weihnachtsstern Freude, Hoffnung und Wärme – all das, was wir mit der Weihnachtszeit verbinden.
Eine besonders schöne Erklärung für seine Symbolkraft liefert eine alte mexikanische Legende:
"Eine armes Mädchen namens Pepita (manchmal auch María genannt) wollte am Heiligabend zur Kirche gehen, um das Christkind zu ehren. Doch sie hatte kein Geld, um ein Geschenk mitzubringen. Traurig sammelte sie am Wegesrand ein paar unscheinbare, grüne Wildblumen. Als sie die Kirche betrat und ihr schlichtes Sträußchen am Altar niederlegte, verwandelten sich die Pflanzen plötzlich in leuchtend rote Sterne. Die Menschen sahen dies als Wunder – und seitdem gilt der Weihnachtsstern in Mexiko als „Flores de Noche Buena“ – Blumen der Heiligen Nacht."
Wenn du dir ein besonders schönes Exemplar ausgesucht hast, fragst du dich sicher, wie du deinen Weihnachtsstern in der Wohnung nun pflegen solltest.
Eines vorab: Er ist ein pflegleichter Mitbewohner. Wenn du unsere Tipps befolgst, kannst du sicher sein, dass dein Weihnachtsstern gesund und glücklich durch die Winterzeit kommt und vielleicht im nächsten Jahr wieder in voller Pracht blüht.
Wenn es um das Gießen deines Weihnachtssterns geht, solltest du darauf achten, dass die Erde stets leicht feucht, aber nicht durchnässt ist. Lass die Erde niemals komplett austrocknen, da dies zu Schäden an der Pflanze führen kann. Auch sollte sie nie in Wasser schwimmen, da sonst Staunässe entsteht.
Während der Blüte im Winter braucht er keinen zusätzlichen Dünger. Ab Frühling (wenn du ihn weiter pflegen möchtest) kannst du alle 2 Wochen etwas Flüssigdünger für Zimmerpflanzen geben.
Dein Weihnachtsstern fühlt sich am wohlsten an einem hellen, warmen Platz – ideal sind Ost- oder Westfenster, wo er viel Licht bekommt, aber vor greller Mittagssonne geschützt ist. Wichtig ist außerdem, Zugluft zu vermeiden und Temperaturen zwischen 18 und 22 °C einzuhalten.
Ein typischer Pflegefehler ist die trockene Heizungsluft: Sie stresst den Weihnachtsstern und kann dazu führen, dass er seine Blätter verliert. Stelle ihn deshalb nicht direkt neben Heizkörper. Besser ist es, für eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit zu sorgen – etwa mit einer Schale Wasser in der Nähe der Pflanze oder durch gelegentliches Besprühen mit kalkarmem Wasser. So bleibt er länger gesund und seine Hochblätter behalten ihre intensive Farbe.
Wenn dein Weihnachtsstern nach der Blüte im Januar oder Februar langsam seine farbigen Hochblätter verliert, beginnt seine Ruhezeit. So gehst du vor:
Der Weihnachtsstern stammt ursprünglich aus Mexiko und Zentralamerika – Regionen, in denen die Tage im Winter deutlich kürzer sind. Als Kurztagspflanze färbt er seine Hochblätter nur dann intensiv, wenn die Nächte länger als etwa 12 Stunden dauern. In unseren Wohnungen bekommt er durch künstliches Licht oft zu viel Helligkeit. Deshalb braucht er im Herbst für 6–8 Wochen eine künstliche Kurztagsphase: maximal 10 Stunden Licht am Tag, danach absolute Dunkelheit. Nur so zeigt er pünktlich zur Adventszeit seine leuchtend roten, weißen oder rosafarbenen Hochblätter.
Kleiner Warnhinweis: Weihnachtssterne sind giftig, insbesondere für kleine Kinder sowie Katzen und Hunde. Die Pflanze enthält Substanzen, die für Menschen und Tiere giftig sein und zu verschiedenen Symptomen führen können, wie z.B. Magen-Darm-Beschwerden, Reizungen der Haut und Schleimhäute, Erbrechen und Durchfall.
Daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass Weihnachtssterne außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren platziert werden, insbesondere wenn diese dazu neigen, Pflanzen zu erkunden oder anzuknabbern. Es wird empfohlen, sofort einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen, falls Verdacht auf eine Vergiftung besteht.
Damit dein Weihnachtsstern im nächsten Winter wieder in voller Pracht erstrahlt, braucht er vor allem zwei Dinge: Kraft und Rhythmus.
Die Kraft gibst du ihm, indem du ihn vom Frühjahr bis in den September hinein alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger für Zimmerpflanzen versorgst. So bildet er gesunde Wurzeln und kräftige neue Triebe.
Den richtigen Rhythmus erhält er im Herbst: Ab Oktober braucht er für 6–8 Wochen täglich maximal zehn Stunden Licht, danach absolute Dunkelheit. Diese Kurztagsphase ist entscheidend dafür, dass sich seine Hochblätter rechtzeitig zur Adventszeit färben – und dein Weihnachtsstern wieder zum festlichen Highlight wird.